Kapitel 3

Modell des Gebäudes der King Faa Gilde (Image: http://cct300-f08.wikispaces.com/Cantonese+Opera+by+Jen+Chiu)

San Gam (新錦) war der Lehrling von Wong Waa Bou (黄華寶). Als San das Opernhandwerk erlernte, hatte Wong immer noch die Übungsgeräte auf dem Boot an denen er San dieses Kung Fu (功夫) weitergab. Es gab eine Zeit, da war Loeng Ji Dai (梁二娣) Bootsmann auf dem selben Bott wie San. Deshalb nutzte San die Gelegenheit und bat Loeng ihn im Luk Dim Bun Gwan (六點半棍) zu unterrichten. Nachdem er von Loeng unterwiesen worden war, übte San beharrlich die Gwan Zong (棍樁, Langstockpuppe), wann auch immer er Zeit auf dem Roten Boot erübrigen konnte. Er machte dadurch große Fortschritte.

Seitdem San Gam Fung Siu Cing als seinen Schützling angenommen hatte, brachte San ihm auf dem Roten Boot die Wing Chun Kyun (永春拳) bei. Während der nächsten sechs Jahre übte Fung begeistert die Kampfkunst aber er war nicht an der Darstellungstechnik der Kantonesischen Oper interessiert. Weder im Singen, den Schritt-Techniken, den Handbewegungen oder in den charakteristischen Gesichtsausdrücken erwarb er sich Erfolge. So konnte er nur Komparsenrollen als Soldat spielen und er hatte die Möglichkeit die Bühne nur für Kampfszenen zu betreten. Wie auch immer, San war sehr angetan von ihm. Im Wissen um sein Streben und sein Interesse, zwang San ihn nicht die Oper zu erlernen. San lehrte Fung weiterhin in der Wing Chun Kyun und ließ ihn weiter als seinen Diener arbeiten. Fung half hinter der Bühne Sans Kostüme zu falten und kam nur für Kampfszenen heraus. Soldaten hatten unwichtige Rollen, somit war der Lohn nicht zu hoch. Nach der Regelung des Roten Boots, dauerte der Vertrag für die Opernausbildung drei Jahre. Danach würden die Meister die Lehrlinge für weitere drei Jahre mit auf die Bühne nehmen, um es den Meistern zu vergelten und den Vertrag zu erfüllten. Danach waren die Lehrlinge frei für sich selbst zu wirtschaften.

Fung Siu Cing erreichte nur sehr wenig im darstellenden Kunst, spielte lediglich Soldaten für niedrigen Lohn. Er konzentrierte sich während dieser sechs Jahre nur auf das Kung Fu. San war er treu ergeben, arbeitete fleißig und achtsam und klagte nicht über seinen geringen Verdienst. San wusste wie Fung, dass es schwer werden würde Karriere in der Truppe zu machen. Allerdings hatte Fung eine solch beeindruckende Vollendung im Wushu (武術) erreicht, dass er ein gigantischer Meister werden konnte. San wollte Fungs wahres Talent nicht ersticken, also sagte er ihm seine ehrliche Meinung, dass er bereits große Leistungen im Wushu erbracht hätte und es nicht leicht wäre in der Truppe zu konkurrieren. Deshalb überzeugte er Fung, dass Rote Boot zu verlassen und zu einer Karriere in  der Kampfkunst zu wechseln. San drängte Fung auch die Wing Chun Kyun weiter zu tragen. Fung war mit seinem Meister San einverstanden. Deshalb nahm Fung dessen Rat an, verließ das Rote Boot und suchte eine Möglichkeit in den Bereich des Wushu zu wechseln.

Fung Siu Cings Heimatstadt war Naam Hoi (南海). Zu dieser Zeit war die King Faa Gilde¹ (瓊花會館) in Foshan (佛山) niedergebrannt worden und die Baat Wo Gilde (八和會館) noch nicht in Guangzhou (廣州) etabliert. Üblicherweise ankerten die Roten Boote in Foshan und Fung war dort schon sehr oft gewesen. Er hatte sich dort mit Dung Jip Hing (董業卿) angefreundet, dem Besitzer des Lyung Coeng Faa Hung Geschäfts² (聯昌花紅店) auf der Faa Hung Straße (花紅街). Nachdem er das Rote Boote verlassen hatte, entschied Fung sich Dung einen Besuch abzustatten. Dung hatte zwei Söhne namens Dung Zik (董植) im Alter von 18 Jahren und Dung Leon (董倫) war 16 Jahre alt. Die beiden Brüder liebten die Kampfkunst und ihr Vater schickte sie zu einem Hung Kyun (洪拳) Meister in der Stadt Anning (安寧市). Dort lernten sie drei Jahre und beherrschten eine komplette Reihe der Ng Jing Kuen (五形拳, Fünf Formen Faustkampf). Sie sagten ihrem Vater, dass zwei oder drei Leute auf einmal keine Gegner für sie wären.

Als Fung beim Lyun Coeng Faa Hung Geschäft ankam, erzählte er Dung Jip Hing, dass er das Rote Boot verlassen hatte und dass sein Meister San Gam von ihm wünschte die Wing Chun Kyun weiter zu tragen. Hierfür wollte er eine Kampfkunstschule in Foshan gründen.

Als Dung Jip Hing das hörte sagte er: „Was du lernst ist auch die Kampfkunst des Wing Chun? Im Moment gibt es hier einen Meister namens Loeng Zaan (梁贊), der auch Wing Chun unterrichtet. Er hat die Wing Chun Kyun (永春拳) von seinem Onkel Loeng Gwok On (梁國安) gelernt, dessen Frau war Jim Wing Ceon (嚴詠春). Sie war die Tochter von Jim Ji Gung (嚴二公) aus Jiangxi (江西) und der war Lehrling bei Zen Meister Zi Sin (至善禪師). Als Loeng Gwok On nach Jiangxi ging  heiratete er in Jim Wings Familie ein. Dadurch lernte er die Wing Chun Kyun von beiden, seinem Schwiegervater und seiner geliebten Frau. Nach dem Tode Jim Ji Gungs, nahm Loeng seine Frau mit zurück nach Guandong und brachte Loeng Zaan den Faustkampf bei. Loeng Zaan führt ein Geschäft für Chinesische Medizin mit dem Namen Zaan Saang Tong Geschäft für Chinesische Medizin (贊生堂藥材店). In Foshan arbeitet er als Arzt. Er unterrichtet Wing Chun nicht öffentlich. Neben seine beiden Söhnen hat er nur einen Schützling namens Chan Waa (陳華). Chan hat außerhalb von Zaan Saang Tong eine Geldwechselbude und die Leute hier pflegen ihn Geldwechsler-Waa (找錢華) zu nennen. Aber hier gründet niemand eine Kampfkunstschule und unterrichtet öffentlich.“

¹ die Vereinigung wurde von Künstlern der Kantonesischen Oper gegründet

² Das Lyun Coeng Faa Hung war ein traditionelles chinesisches Kosmetik-Geschäft

Übersetzung Copyright: Diese Übersetzung ist die geistige Arbeit der Mitarbeiter der berlin siu lam wing chun pai. Es ist untersagt, diese Übersetzung ohne ausdrückliche Genehmigung in irgendeiner Weise zu verwenden / publizieren.

2. überarbeitete Fassung.

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