5 Jahre Berlin Siu Lam Wing Chun Pai

5 Jahre Feier 09.04.2015

Bernhard und Pit 2008 zu Besuch in Neu-Ulm

Training im Januar 2010 in der Oderberger Straße

Hong Kong 2013 mit Sifu Michael Tang, Mason und Travis

Maria und Engel 2009 am Gendarmenmarkt

Wer wir sind und warum

2015 ist ein besonderes Jahr für uns, wir feiern unser 5-jähriges Bestehen als Berlin Siu Lam Wing Chun Pai.

Am Donnerstag, den 09.04.2015 fand unsere 5-Jahres-Jubiläumsfeier statt.

In diesem Zusammenhang möchte ich kurz schildern, wie und vor allem warum wir hier sind.

Wann und wie kam ich zum Wing Chun

1997, ich war 21 Jahre alt, hatten mich ein paar alte Freunde gefragt, ob wir mal wieder etwas zusammen unternehmen wollten, immerhin hatten wir uns seit dem Ende der Schule nicht mehr so oft gesehen.

So gingen wir, Steffen, Heiko, Markus und Pit in eine Chi Sim Ving Tsun Schule in Neu-Ulm und begannen mit Siu Nim Tau, Daan Chi Sau und Laap Daa Übungen. Wir wurden wirklich außerordentlich herzlich aufgenommen durch unseren Sifu Jörg, und auch durch die Sihings Norman, Phillip und Michael und Sije Claudia. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Ohne Euch alle wären wir heute nicht hier. Wie die meisten Anfänger begriff ich damals aber eigentlich gar nicht, worum es hierbei überhaupt ging, aber wir waren motiviert und gerade die Verbindung zu Shaolin und auch die klassischen Stände wie Sei Ping Maa, Gung Bo begeisterten meine Freunde und mich sehr. Leider und wie so oft gingen die Interessen dann irgendwann doch in andere Richtungen und wir verloren uns dann 1999 aus den Augen und auch ich hörte damals mit dem Training auf.

Ein zweiter Anlauf

2003 merkte ich dann aber dass mir etwas fehlt und ich erinnerte mich an meine kurze Erfahrung im Kung Fu. Rein zufällig lief ich in diesen Tagen meinem Ving Tsun Lehrer Sifu Jörg Weidner über den Weg und wir kamen ins Gespräch. Wir vereinbarten dass ich wieder beginne und so kam es dann auch.

Ab dieser Zeit war das Training sehr intensiv und ich lernte dort meine Frau und meine Familie kennen. Von den alten Leuten war aber niemand mehr da. Auch das Training hatte sich stark verändert, wir begannen mit einer anderen Form, die weitaus schwerer zu lernen war. Doch nach kurzer Zeit assistierten wir schon im Kinder- und Jugendtraining und im Erwachsenentraining wurde unser Daa Saam Sing legendär.

Ein Fremder in Berlin

2007 zog ich aus beruflichen Gründen nach Berlin und kam nur noch für wenige Tage im Jahr zu meiner Familie und zu Seminaren zurück. So begann ich in Berlin nach einer Wing Chun Schule zu suchen. Auch bei anderen Kung Fu Stilen schaute ich mich um, entschied mich dann aber letztenendes doch beim Wing Chun zu bleiben. Doch gerade im Wing Chun scheiterte es immer an der Organisation.

So traf ich mich mit Bernhard, den ich in Berlin kennenlernte, im Park und wir übten uns im Ci Sau. Bald brachte Bernhard seinen Freund Michael mit, und dieser brachte Mirko mit. Wir waren zu Viert. Und als es Winter wurde, und wir keine Lust mehr hatten im Schneesturm zu trainieren, mieteten wir uns stundenweise in Kreuzberg in einer Capoira Schule ein. Wir waren nicht besonders gut aber wir übten. Doch die einzige freie Zeit in den Räumen war Sonntag Mittag und da ging es bald nicht mehr bei jedem. Im Park hätten wir uns an einem anderem Tag getroffen, aber nun brauchten wir neue Räume und wir fanden eine Tanzschule in Charlottenburg. Hier lernten wir einen MMA Enthusiasten kennen. Dieser erklärte uns das erste mal, dass wir nicht besonders gut waren. Ich bedanke mich hiermit bei Björn der mich wachrüttelte und mir zeigte, dass es nicht die Kampfkunst ist, sondern der Praktizierende, der überlebt oder untergeht. Es war eine schmerzhafte und notwendige Lektion. Und so begannen wir noch härter und effektiver zu trainieren.

Danach mieteten wir uns zum letzten Mal in einer Tanzschule ein, in der Oderberger Straße am Prenzlauer Berg, großen Dank an Mirko, der uns die Räume vermittelte. Unsere Gruppe wuchs nun ständig, ich denke da an Rene, Silvio, Frank, Jens und Lena und bald wurden auch diese Räume zu klein.

Berlin Siu Lam Wing Chun Pai in der Conrad-Blenkle-Straße

2010 bezogen wir im April unsere eigenen Räume in der Conrad-Blenkle-Straße. Wir begannen mit Öffentlichkeitsarbeit und nahmen in Form von Kung Fu Darbietungen an Kiezfesten in Lichtenberg teil. 2012 fand das erste Summercamp statt. Hierbei sollte es sich nicht um eine Seminarwoche handeln, wir wollten einfach zusammen trainieren und uns noch besser und in einem anderen Umfeld kennenlernen.

Hong Kong

2013 lebte ich für 3 Monate in Hong Kong und konnte bei meinen hochgeschätzten Lehrern Sifu Michael Tang aus der Tang Familie und Sifu Sam Lau, einem Schüler von Jip Man, die Kampfkunst völlig neu entdecken und seit August 2013 praktizieren wir das Wing Chun der Tang Familie und zusätzlich Teile aus dem Curriculum von Jip Man. Vielen Dank an meine Frau und unsere talentierten und fleißigen Schüler Max, Marius, Alex und David, die während meiner Abwesenheit die Schule zusammengehalten und das Training fortgeführt haben.

Wieder in Berlin angekommen ...

... begannen wir unser Trainingskonzept völlig umzustellen und wir haben nun mehrere Gruppen, in denen wir uns auf festgelegte Inhalte konzentrieren und so effektiver an unserer Kampfkunst arbeiten können. Wichtig ist mir dabei immer noch, dass wir uns nicht als Organisation betrachten. Der Definition zufolge handelt es sich bei einer Organisation um einen Zusammenschluss von Personen zur Durchsetzung bestimmter Interessen und Zielsetzungen. Die Organisation hat dabei Gründer und ein festes Gründungsdatum sowie eine formell festgelegte Mitgliedschaft. Ebenso gibt es festgelegte Regeln, an die sich die Mitglieder zu halten haben.

Der Institutionsbegriff

Wir sehen uns mehr als Institution. Hier dienen Regeln der Reduzierung von Unsicherheiten. Die Regeln können traditionell überliefert und wenn erforderlich auch selbst geschaffen werden. Es geht hier um eine Lenkung des sozialen Verhaltens in eine bestimmt Richtung. Dies geschieht durch Normen und Werte, die man zu Recht als Kern der Kampfkunst bezeichnen kann. Kampftechniken sind hier nur ein kleiner Teil.

5-Jahres-Jubiläumsfeier

Bei unserer 5-Jahres-Jubiläumsfeier hatten wir einen besonderen Live-Act. Das Duo Maria und Engel unterstützte uns bei den Feierlichkeiten mit echten und gefühlvollen Klängen. Vor mehreren Jahren hatte sich das Duo getrennt und extra für unseren Anlass wurden die Klassiker hervorgeholt, vielleicht steht eine Reunion ins Haus. Vielen Dank, es war uns eine echte Freude.

Alte Klassiker konnten auch bei unseren beliebten Spielerunden neu erfunden werden, wie zum Beispiel das Chinesische Eierlaufen mit Essstäbchen. Es war ein Riesenspaß.

Ich bedanke mich bei Euch Allen. Ohne Euch wäre hier nichts los. Jeder Einzelne von Euch macht uns zu dem, was wir sind. Dafür vielen Dank!!!

Training im Park

Bei schönem Wetter findet das Training draußen statt und gerade der Samstag bietet sich perfekt an. Wir knüpfen hier an unsere Tradition an und ein Mitbringen von Decken und auch Utensilien für den Grill sind gern gesehen.

Bilder der ersten Jahre

 
 
 
 
 
 
 
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